Ich bin so VIELENeuerscheinung!
Sieben Kurzerzählungen von sieben Menschen.
Da ist die Frau, deren Sexualität von ihrem Mann ignoriert wird.
Da ist der Lehrer, der ein Attentat auf seine Schule plant und diesen Plan konsequent durchzieht.
Da ist der Mann, der nach seiner Scheidung auf so vielen Plattformen sich anbietet, dass er nicht mehr weiß, welches Ich er eigentlich ist.

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Rezension von Petra Tempfer in der Wiener Zeitung vom 15. März 2015:

Hartmut, Robert, Susanne. Ingrid und Gerlinde. Es könnten noch so viele Namen sein, und doch ist es immer der eigene. Erich Ledersbergers neun gesammelte Kurzgeschichten erzählen in berührender und spannender Weise von dem, was man Leben nennt. Gnadenlos wird da zum Beispiel Gerlinde, die Checkerin, die als Marketing-Expertin jeden ihrer Kunden zu durchschauen glaubt, unvermittelt auf eine abgrundtiefe Fehleinschätzung gestoßen. Der Blick auf ihr eigenes Leben wird dadurch unwiederbringlich verrückt.

Oder Robert, der unfreiwillige Pensionist. Er bekommt die bittere Müdigkeit des Alters zu spüren – und eine desillusionierende Form der Weisheit, die ihn an seinem Traum von einer jungen Geliebten zweifeln lässt. Hartmut indes trinkt allzu oft zu viel Wein. Was er damit hinunterschwemmen möchte, ist ein Konvolut aus einst überengagierten Eltern, einer fehlgeleiteten Karriere als Pianist und dem Widerstand gegen die elterliche Autorität. Seitdem dieser Widerstand zwecklos geworden ist, weil eine elterliche Resignation an die Stelle der Autorität trat, bereitet Hartmut seine eigene Definition eines Attentats vor. In seinem Keller.

Ingrid wiederum hat eigentlich keinen Grund, gegen das Leben zu revoltieren. Sie hat einen wunderbaren Mann. Er ist treu, und er sieht gut aus. Und dennoch ist Ingrid mit ihm nicht glücklich. Denn hinter der freundlich lächelnden Fassade ihres Mannes verbirgt sich die grässliche Fratze des freudlosen Alltags. Doch warum dem Glück zu zweit hinterher hecheln, wenn es noch so viel mehr Männer gibt, in die man sich verlieben kann?

Bei Hartmut muss man weinen, bei Ingrid lachen – in jedem Fall aber taucht man tief in die Schicksale der Protagonisten ein. “Ich bin so viele” schafft es auf charmante Weise, den Abgründen des Alltags etwas zutiefst Heiteres abzugewinnen. Es ist dieser selbstreflektierende Blick auf die Ironie des Schicksals, der den Leser das Buch mit einem Lächeln zuschlagen lässt.

Erich Ledersberger: Ich bin so viele. Kurzerzählungen. BoD – Books on Demand, Norderstedt 2014, 140 Seiten, 17,40 Euro.