Der arme Herr Dichand

Kakanien Oktober 15th, 2007

Wenn Sie nicht wissen, wer Herr Dichand ist, eine kurze Erklärung: ihm gehören 50 Prozent der österreichischen Kronenzeitung. Die ist mit Abstand Marktführerin und hat im kleinen Land Österreich eine Auflage von mehr als einer Million Stück.

Klar, dass der Geschäftsführer einer solchen Marke mehr Geld als der Bundeskanzler verdient, auch wenn der für einen Staat wichtiger ist als die Kronenzeitung. Zumindest theoretisch ist das so, praktisch ist seit Jahrzehnten kein Bundeskanzler ohne Unterstützung der Kronenzeitung denkbar.

Was verdient Herr Dichand als Geschäftsführer laut “Trend”?
700.000 Euro.
Nein, nicht im Jahr. Im Monat.

Kein Wunder, dass viele die Kronenzeitung kaufen müssen, um diesen Lohn für Herrn Dichand zu erwirtschaften.

Seit heute finde ich Herrn Dichand allerdings arm.

Heute wird im BAWAG-Prozess ein englischer Bankier ins Gericht kommen, der im Jahr 100 Millionen Euro verdient, also etwas 8 Millionen Euro im Monat.

Das Schöne an den Berufen der Bankiers und Geschäftsführer: sie müssen sich nicht alle vier oder fünf Jahre einer Wahl unterziehen, sondern dürfen so lange Millionen verdienen, bis ihnen etwas gründlich misslingt.

Dann bekommen sie eine ordentliche Abfertigung, mit der sie den Rest ihres Lebens, - wenn sie sich ein bisschen einschränken - über die Runden kommen.

One Response to “Der arme Herr Dichand”

  1. Dichand bloggt at in|ad|ae|qu|aton 27 Nov 2007 at 08:45

    […] Der arme Herr Dichand ( Kakaknien - Satiren aus Mitteleuropa , 15. 10. ) […]

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