Archiv für die Kategorie 'Tirolsplitter'

Alte Politik mit neuen Gesichtern

Kakanien Juli 1st, 2008

Eines muss man dem neuen Landeshauptmann Güntha zugute halten: er hat bei Wolfi Schüssel brav gelernt. Mit Elan hat er alle Konkurrentinnen bei Amtsantritt entfernt, nur den Bauernchef Steixner musste er - klar, wir sind in Tirol - halten.

Frau Zanon, die sich vorlaut zu Wort gemeldet hat, wird abgeschoben. Nein, nicht in den Kosovo, so hart ist selbst der Noch-Innenminister nicht, aber immerhin weit weg vom Machtzentrum. Frau Zanon ist nämlich sachlich und intelligent, so ein Mensch kann gefährlich werden.

Frau Hosp, die Ziehtochter des vorigen Landeshäuptlings, will in die Privatwirtschaft. Das ist nicht schlecht, denn als Politikerin trat sie ohnehin kaum in Erscheinung.

Der Landesrat für Bildung, Herr Koler, verschwindet in der Versenkung, schließlich war auch er ein Gefolgsmann von Herrn Staa.

Bleiben wird, neben Herrn Steixner, “der Hannes”, aber flott. Ein schlechtes Wortspiel, aber warum soll Kakanien nicht auf das Niveau der Politik sinken? Die schaut in Tirol derzeit so aus, dass persönliche Freund- und Feindschaften gehegt und gepflegt werden. Für das Land ein Fiasko, für die (wenigen) Damen und vielen Herren eine wahr Freude!

Und die Wählerinnen und Wähler?
Bloße Nebenerscheinungen.

Habemus Guntham!

Kakanien Juni 24th, 2008

Es ist so weit: Tirol ist gerettet. Der Güntha Platter - so nennen wir Tiroler ihn - is back to the woods. Die ORF-Moderatorin nannte ihn gestern noch immer “Herr Minister”, obwohl er ihr das “Güntha-Wort” angetragen hat, aber so sind sie halt, die gnädigsten Damen aus Wien.

Die Freude, endlich der “großen” Politik in Wien entronnen zu sein, stand dem Noch-Minister ins Gesicht geschrieben, er LÄCHELTE sogar. Das entspricht, aus dem Tirolerischen übersetzt, dem Freudentanz eines Derwisches.

Endlich ist Schluss mit mühsamen Übersetzungen ins allgemein verständliche Hochdeutsch, mit Videotrainings mit vorgefertigten Floskeln: der Güntha darf wieder so reden, dass ihn jeder Tiroler versteht. Auch der Fritzl, mit dem er sich gut versteht. Aber noch besser versteht er sich mit dem Hannes, dem Gschwendtner. Deshalb werden die beiden eine Koalition bilden und die SPÖ weiter Stimmen verlieren.

Was will man mehr? Aus Sicht des Günthas.

Noch dazu kann er an die Erfolge des Bayern Stoiber anknüpfen, mit dem ihn die mitreissende Rhethorik verbindet.

“Das was wir bereits berichteten”, meldete die TT (=Tiroler Tageszeitung) so euphorisch wie grammatikalisch falsch, aber wer wird in Zeiten wie diesen so kleinlich sein?

Kakanien jedenfalls nicht - es gratuliert dem zukünftigen Landeshauptmann herzlichst. Wer, wenn nicht er (copyright ÖVP) kann Tirol retten?

Eben. Viel Vergnügen zur Koalition der, nein, nicht Verlierer, sondern der Vernünftigen. Der Fritzl wird sich noch wundern, wozu die “neue” Regierung Tirols imstande ist.

Sicherheit ganz oben

Kakanien Juni 13th, 2008

Warum die EM unsere Sicherheit fördert!

Tolle Sicherheit

Der Himmel über Innsbruck

Kakanien Juni 11th, 2008

Heute bewölkt und lärmig. Das eine liegt am Wetter, das andere an der EM - denn die Tiroler schützen seit Andreas Hofer alles, was ihnen am Herzen liegt. Okay, sie haben damals verloren, aber heute soll alles anders sein.

Seit Stunden dröhnt ein Hubschrauber über mir und beobachtet mich. Wahrscheinlich ist der Pilot ein Leser dieses Blogs und vermutet unter sich ein Terrornest.

Oder er beschützt den Innenminister, der bekanntlich von der “großen” Politik in Wien genug hat und sich als Kleinpolitiker verdingen will. Weil seine Partei grade mal 10 Prozentpunkte, also 20 Prozent seiner Stimmen verloren hat, ist aber eigentlich alles in Ordnung. Meint zumindest der amtierende Hauptmann und will, was alle Politiker wollen: bleiben.

Der “Rebell” Dinkhauser ist nicht mehr so streng und kann schon mit dem Herrn Platter reden - und bald vielleicht auch mit dem Herrn Staa. Schließlich ist der leutselige “Fritzl” Mitglied der ÖVP und gemeinsam zusammen haben sie 60 Prozent, das erinnert an die CSU in besseren Zeiten.

Aber was macht der Hubschrauber über meinem Kopf?

Er dröhnt. Vielleicht will er mir mitteilen, wie das demnächst sein wird, wenn der Innsbrucker Flughafen vergrößert wird.

Trotz Widerständen der Bürgerinnen und Bürger. Die Frau Bürgermeisterin - wie Herr Fritzl aus der ÖVP hervorgegangene “Rebellin” - will es so. Und der SP-Chef hört sowieso, laut einem Interview in der Parteizeitung (!) am liebsten, na, was wohl?

“Das Dröhnen schwerer Motoren.”

Tja, da haben es die Befürworter eines Lebens ohne Lärm schwer. Und leider keinen lebenden Andreas Hofer, der sich heutzutage einer vernünftigen Sache annehmen könnte: dem Kampf gegen Lärm etwa.

Immer wieder!

Kakanien Juni 10th, 2008

Nicht Österreich, sondern van Staa, der Landeshauptmann von Tirol. Er will bleiben, koste es, was es wolle. Auch wenn die Schlacht längst verloren ist und der Kronprinz bereits mit verhandelt.

Der ist zwar Innenminister, aber das macht nichts - Multifunktionalität ist Grundvoraussetzung für einen tollen Politiker. So findet die Fußball-EM auch ohne Führung durch Herrn Platter statt, denn was braucht es Führung, wenn die ohnehin nur eine Worthülse ist.

Der “Fritzl” (Dinkhauser) kann, wie er sagt, mit dem Günther immerhin reden, auch wenn der ihm sein Engagement für ihn nicht “gelohnt” hat, mit dem Herrn Staa geht selbst das nicht.

So sagt er.

Es bleibt also alles, wie es ist - und deshalb ist die EM um so viel spannender als die derzeitige Parteipolitik in Österreich. Beim Fußball gewinnt tatsächlich meistens der Bessere und niemand weiß, wie das Spiel zu Ende geht.

Zumindest im Fußball.

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