Archiv für die Kategorie 'Tirolsplitter'

Habemus Guntham!

Kakanien Juni 24th, 2008

Es ist so weit: Tirol ist gerettet. Der Güntha Platter - so nennen wir Tiroler ihn - is back to the woods. Die ORF-Moderatorin nannte ihn gestern noch immer “Herr Minister”, obwohl er ihr das “Güntha-Wort” angetragen hat, aber so sind sie halt, die gnädigsten Damen aus Wien.

Die Freude, endlich der “großen” Politik in Wien entronnen zu sein, stand dem Noch-Minister ins Gesicht geschrieben, er LÄCHELTE sogar. Das entspricht, aus dem Tirolerischen übersetzt, dem Freudentanz eines Derwisches.

Endlich ist Schluss mit mühsamen Übersetzungen ins allgemein verständliche Hochdeutsch, mit Videotrainings mit vorgefertigten Floskeln: der Güntha darf wieder so reden, dass ihn jeder Tiroler versteht. Auch der Fritzl, mit dem er sich gut versteht. Aber noch besser versteht er sich mit dem Hannes, dem Gschwendtner. Deshalb werden die beiden eine Koalition bilden und die SPÖ weiter Stimmen verlieren.

Was will man mehr? Aus Sicht des Günthas.

Noch dazu kann er an die Erfolge des Bayern Stoiber anknüpfen, mit dem ihn die mitreissende Rhethorik verbindet.

“Das was wir bereits berichteten”, meldete die TT (=Tiroler Tageszeitung) so euphorisch wie grammatikalisch falsch, aber wer wird in Zeiten wie diesen so kleinlich sein?

Kakanien jedenfalls nicht - es gratuliert dem zukünftigen Landeshauptmann herzlichst. Wer, wenn nicht er (copyright ÖVP) kann Tirol retten?

Eben. Viel Vergnügen zur Koalition der, nein, nicht Verlierer, sondern der Vernünftigen. Der Fritzl wird sich noch wundern, wozu die “neue” Regierung Tirols imstande ist.

Sicherheit ganz oben

Kakanien Juni 13th, 2008

Warum die EM unsere Sicherheit fördert!

Tolle Sicherheit

Der Himmel über Innsbruck

Kakanien Juni 11th, 2008

Heute bewölkt und lärmig. Das eine liegt am Wetter, das andere an der EM - denn die Tiroler schützen seit Andreas Hofer alles, was ihnen am Herzen liegt. Okay, sie haben damals verloren, aber heute soll alles anders sein.

Seit Stunden dröhnt ein Hubschrauber über mir und beobachtet mich. Wahrscheinlich ist der Pilot ein Leser dieses Blogs und vermutet unter sich ein Terrornest.

Oder er beschützt den Innenminister, der bekanntlich von der “großen” Politik in Wien genug hat und sich als Kleinpolitiker verdingen will. Weil seine Partei grade mal 10 Prozentpunkte, also 20 Prozent seiner Stimmen verloren hat, ist aber eigentlich alles in Ordnung. Meint zumindest der amtierende Hauptmann und will, was alle Politiker wollen: bleiben.

Der “Rebell” Dinkhauser ist nicht mehr so streng und kann schon mit dem Herrn Platter reden - und bald vielleicht auch mit dem Herrn Staa. Schließlich ist der leutselige “Fritzl” Mitglied der ÖVP und gemeinsam zusammen haben sie 60 Prozent, das erinnert an die CSU in besseren Zeiten.

Aber was macht der Hubschrauber über meinem Kopf?

Er dröhnt. Vielleicht will er mir mitteilen, wie das demnächst sein wird, wenn der Innsbrucker Flughafen vergrößert wird.

Trotz Widerständen der Bürgerinnen und Bürger. Die Frau Bürgermeisterin - wie Herr Fritzl aus der ÖVP hervorgegangene “Rebellin” - will es so. Und der SP-Chef hört sowieso, laut einem Interview in der Parteizeitung (!) am liebsten, na, was wohl?

“Das Dröhnen schwerer Motoren.”

Tja, da haben es die Befürworter eines Lebens ohne Lärm schwer. Und leider keinen lebenden Andreas Hofer, der sich heutzutage einer vernünftigen Sache annehmen könnte: dem Kampf gegen Lärm etwa.

Immer wieder!

Kakanien Juni 10th, 2008

Nicht Österreich, sondern van Staa, der Landeshauptmann von Tirol. Er will bleiben, koste es, was es wolle. Auch wenn die Schlacht längst verloren ist und der Kronprinz bereits mit verhandelt.

Der ist zwar Innenminister, aber das macht nichts - Multifunktionalität ist Grundvoraussetzung für einen tollen Politiker. So findet die Fußball-EM auch ohne Führung durch Herrn Platter statt, denn was braucht es Führung, wenn die ohnehin nur eine Worthülse ist.

Der “Fritzl” (Dinkhauser) kann, wie er sagt, mit dem Günther immerhin reden, auch wenn der ihm sein Engagement für ihn nicht “gelohnt” hat, mit dem Herrn Staa geht selbst das nicht.

So sagt er.

Es bleibt also alles, wie es ist - und deshalb ist die EM um so viel spannender als die derzeitige Parteipolitik in Österreich. Beim Fußball gewinnt tatsächlich meistens der Bessere und niemand weiß, wie das Spiel zu Ende geht.

Zumindest im Fußball.

Platter ante portas

Kakanien Juni 9th, 2008

Wie gestern berichtet errang die ÖVP-Tirol einen haushohen Sieg über die restlichen Parteien: 60 Prozent stimmten für sie in Form der Alt-ÖVP unter dem über 60-jährigen van Staa und der Neu-ÖVP unter dem über 60-jährigen “Fritzl” Dinkhauser, der den Herrn van Staa konsequent “Herr Staa” nennt. Beide Herren gehören - in Tirol eine Selbstverständlichkeit - der ÖVP an und mögen einander weniger als unser Bundes- den Vizekanzler und umgekehrt.

Das macht aber nichts, denn Tirol ist ein Bundesland von Österreich und daher mindestens so seltsam wie Bayern.

Kein Wunder, dass die ÖVP mit der ÖVP eine Koalition eingehen wird, das ist sie bereits von Innsbruck so gewohnt, die Frage ist nur, wer Vorsitzender der Alt-ÖVP wird.
Der “Herr Staa” hat ziemlich sicher ausgedient und große Chancen für den “Neu”anfang hat - Kakanien prophezeite es vor Monaten - der Wiener Innenminister Platter.

Frau Zanon, eine Frau und daher von vornherein für einen älplerischen Landeshauptmann (oder -frau?) denkbar ungeeignet, disqualifizierte sich selbst, indem sie sich als Nachfolgerin (!) des Herrn Staa anbot. Das tut man nicht und schon gar nicht frau. Es sei denn, frau steht am Südring, aber das ist selbst dort strafbar.

Daher bleiben nur mehr Frau Hosp, von der alle nur wissen, dass sie das Charisma eines Pepi Hickersbergers (Trainer der österreichischen Fußballmanschaft) hat und Güntha Platter, den alle Tirolerinnen als Schwiegersohn haben möchten, auch wenn sich das weder kirchlich noch physisch ausgehen wird.

Mit anderen Worten: Güntha Platter kommt zurück zu den roots, also Wurzeln und alle in Wien atmen auf. Eine Problemlösung der österreichischen Art, weil das Ergebnis feststeht: es wird sich nichts ändern. Und das wollen wir schließlich alle.

Und wer noch immer glaubt, dass österreichische Politik etwas mit Sach- oder gar Verstand zu tun hat, die/der soll sich die heutige ZiB 2 ansehen - irgendwo im Internet ist sie sicher zu finden. Herr Kalina erklärt in ihr, warum an allem die Anderen schuld sind.

Genug der Politik, schließlich finden derzeit wichtige Dinge statt, vor allem die EM im Fußball.

Eine so heilige Angelegenheit, dass hierher die Nachricht passt:
ein italienischer Bischof verweigerte einem Paar die Eheschließung.

Der Mann ist querschnittgelähmt und daher zeugungsunfähig. Somit eheunfähig, denn im Zentrum der christlichen Dogmen steht nicht die Liebe - das hat bloß ein gewisser Jesus gesagt - sondern die Vermehrung.

Schon in der Bibel steht bekanntlich:
“Seid furchtbar und vermehret euch.”

Und heute verliert im Fußball das katholische Italien gegen die protestantischen Niederlanden. Was das wohl zu bedeuten hat?

Am besten, Sie fragen unseren Silvio, den Berlusconi.

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