Archiv für Mai, 2007

Tipps aus Ösiland

Kakanien Mai 12th, 2007

Gestern wurde hier von der ERP (=Eingreiftruppe zur Rettung von Paris Hilton) berichtet, die bisher aus den zwei österreichischen Terminatoren Lugner und Aloysl besteht. Dem Vernehmen nach wird sich ein weiterer Held aus dem Alpenland demnächst anschließen. Ein Angriff auf die USA wird jedenfalls nicht mehr ausgeschlossen, vor Reisen in die USA wird daher gewarnt!

So energisch die Österreicher sind, wenn es um die Rettung ihre Freundin geht, so hilfreich sind sie anderen Regierungen, die nicht mehr weiter wissen. Zum Beispiel die deutsche Regierung.

Was wird dort geredet über Abschaffung der Erbschaftssteuer oder nicht, ein Politiker dort meint gar, man könne auf die 4,2 Milliarden Euro nicht verzichten, weil das Geld für Bildung gebraucht werde.

Darum sprach der österreichische Bundeskanzler jetzt ein Machtwort und empfiehlt: schafft die Erbschaftssteuer ab und senke alle anderen, dann hat das Jammern ein Ende und mit der deutschen Wirtschaft geht’s so aufwärts wie mit der österreichischen.

Damit viele diese Weisheit lesen können, sagte er sie der BILD-Zeitung, einer allseits bekannten Qualitätszeitung, die für ihre seriöse Berichterstattung in etwa dem Spiegel gleicht.

Da staunte Deutschland - und Österreich dazu. (Das ganze Altreich sozusagen.)

War der Ösi-Kanzler daheim nicht gegen die Abschaffung der Erbschaftssteuer?
Ist er nicht Mitglied einer sozialdemokratischen Partei, die in ihrem Programm den Staat nicht abschaffen, sondern ausbauen will?
Steht dort nicht auch irgendetwas von gerechter Verteilung der Güter?

Oder heißt der Leitsatz des obersten Sozialdemokraten tatsächlich: non cogito ergo sum? (Ich denke nicht, also bin ich.)

In der ÖVP haben alle bereits rote Oberschenkel, weil sie beim Lachen über den Kanzler immer dorthin klatschen.

Den Helferinnen und Helfern der SPÖ war’s ein bisserl peinlich und sie interpretierten die Aussagen des Chefs als Lob für Österreich insgesamt. Sozusagen. Sag ich mal.

Die Spannung aber steigt:
wie wird der nächste Gusisatz lauten?
Kann er sich noch steigern?
Was wird er uns in den nächsten Monaten an Kabarett bieten?

Kakanien berichtet darüber!

Die Ösis kommen!

Kakanien Mai 11th, 2007

Wie berichtet muss Paris Hilton, die wo eine echte Hotelerbin ist, demnächst in einer engen Gefängniszelle in oder nahe Guantanama vor sich hin leiden, bloß weil sie ein bisserl angetrunken mit dem Auto umherfuhr. Amnesty International rührt kein Ohrwaschel (=Ohr), wie man in Wien sagt,  für sie, nicht einmal der Vatikan bietet ihr politisches Asyl an.

In Zeiten der Not reagieren die Ösis (=Österreicher)  so, wie die Welt es von ihnen erwartet: selbstlos und klug.

Baumeister Lugner, dessen Unternehmen leider in Konkurs ging, bot sofort seine Hilfe an. Seine Frau Mausi schweigt noch, aber die österreichische Regierung ist sicher, dass auch sie sich bald zu Wort melden wird. Jedenfalls findet der Ex-Baumeister es skandalös, dass ein armes Mäderl wie die Vienna, wollt sagen: Paris so terrorisiert wird. Beim nächsten Opernball darf sie jedenfalls gratis dabei sein.

Nicht genug damit, nun drängt auch der Aloys aus Tirol an die Öffentlichkeit. Laut Tiroler Tageszeitung vom 10. Mai 2007 wartet er derzeit zwar auf “ein Urteil  in seinem Zuhälter-Prozess”, aber das hindert ihn nicht, der Gedemütigten zu Hilfe zu eilen.

“Der Ischgler Hotelier will alles in der Macht des Unternehmens Stehende (sic!) tun, um für Paris Hilton eine Strafmilderung zu erreichen.”

Gute Nacht, Amerika!

Noch hat Österreich keine TEurofighter, aber der Fall Paris Hilton zeigt, wie notwendig diese Flugzeuge für die Luftraumsicherung über Paris sind.

Die USA sollen sich jedenfalls nicht in Sicherheit wiegen, denn in Zeiten der Not stehen die Ösis zusammen wie ein Schaf neben dem anderen.

Wenn die Starrköpfe um Bush nicht nachgeben, wird Österreich die Eurofighter selbst herstellen und mit den Ischgler Proseccodosen vom Aloyserl gen Amerika schicken.

Mit Terroristen kennen die Ösis bekanntlich keine Gnade! (Siehe die Zeit zwischen 1934 und 1945!)

Schöne Welt

Kakanien Mai 7th, 2007

Manchmal werfe ich einen Blick hinaus, in die weite, schöne Welt. Ich kaufe mir die Süddeutsche Zeitung und lese darin, dass Paris Hilton ins Gefängnis muss. Nachdem die Proseccodame alkoholisiert am Steuer erwischt worden war - ob mit Prosecco oder Bier wurde nicht erwähnt - , wurde sie mit einer Bewährungsstrafe belegt. Nun erwischte die Polizei sie ohne Führerschein und ohne vorgeschriebenes Licht. 45 Tage Gefängnis lautet das Urteil.

“Eine Verschwendung von Steuergeld”, schimpft die Mutter laut Süddeutsche.

Gefängnis an sich ist in Ordnung. Aber immer nur für die Anderen.

Im Vatikan hingegen ist man strenger. Ein Mitarbeiter, der 87 Gramm Kokain besaß, wurde zu vier Monaten Haft verurteilt. Obwohl es dort gar kein Gesetz gegen den Besitz von Drogen gibt.

Das ist wahre Strenge!

Lehrer werden

Kakanien Mai 4th, 2007

ist nicht schwer. Zumindest, wenn es nach den neuen Ideen des Ministers der Wissenschaft geht. Der heißt Hahn und entwickelte aus einem “Klumpen Lehm”, wie er das im Interview nannte, eine Reform der Studiengebühren.

Vor den Wahlen versprach - Sie erinnern sich noch? - die inhaltlich kleine Regierungspartei SPÖ deren Abschaffung. Danach freute sich der neue Kanzler so sehr, dass er vor lauter Jubel die Ankündigungen vergaß. Die Wählerinnen und Wähler erinnerten ihn daran und so wurde der Begriff “soziale Arbeit statt Gebühren” geschaffen:
Wer soziale Arbeit macht, muss keine Studiengebühren zahlen.

Meinten manche vor kurzem noch, dass unter diesen Begriff etwa die Kassierstätigkeit im Schrebergarten falle, das Schnapsverteilen bei den Tiroler Schützen oder das Kartenabreissen im gemeinnützigen Kinoklub, stellt sich nun heraus: alles ganz anders.

Wer keine Studiengebühren zahlen will, kriegt einen 20-stündigen Crashkurs in, sagen wir mal, Deutschunterricht für Migranten. Dann sind sie und er voll tauglich für Unterricht a la Hahn. Und danach wird von den Studentinnen und Studenten kräftig abkassiert.
€ 6,00 (Euro sechs) bezahlt der Staat!
In der Stunde! Nicht am Tag!

Super Bedingungen für die ohnehin schon überprivilegierten Studentinnen und Studenten.

Ob davon noch die Sozialversicherung abgezogen wird, bleibt vorläufig unklar. Es ist nur ein Vorschlag des Wissenschaftsministers.

Einige Verbesserungen kann er sich noch vorstellen, sagte er in der gestrigen ZiB 2.

Kaum zu glauben, dass daran noch etwas verbessert werden kann.

Einen Vorschlag hätte Kakanien schon:
warum die bestens qualifizierten Leute nicht gleich ins Schulsystem übernehmen? Verbunden mit einer Verleihung des Titels “voll diplomierte/r StudiengebührenersatzlehrerIn” könnte der Unterricht in Österreich ein noch höheres Niveau erreichen und gleichzeitig die Akademikerquote erhöht werden.

Was spricht dagegen, den 20-stündigen Crashkurs mit einem Bachelor abzuschließen?

Eben.

Wie unser Minister Hahn schon im Interview mit der “Furche” sagte:
“Qualität hat ihren Preis.”

Vorwärts - schnell vergessen

Kakanien Mai 1st, 2007

Österreich 2006, 1. Mai: die damalige Regierung (schwarz-ex-blau-orange) “rettet” die rote BAWAG. Jene Bank, die mit Spekulationsgeschäften große Gewinne und später große Verluste machte. Natürlich, der Regierung blieb per Gesetz nichts anderes übrig. Aber wenn das schon sein muss, dann wenigstens mit Medienspektakel und der nötigen Schadenfreude.
Die Sozialisten, die sich in Sozialdemokraten umbenannt hatten, mussten mit sauren Gesichtern zusehen, wie bürgerliche Politiker aus Mitleid ein Sparbuch bei der roten Bank eröffneten. Muss das eine Freude gewesen sein! Für die Bürgerlichen.

Österreich 2007, 1. Mai: Ein Jahr später ist der Bundeskanzler ein “Roter”, wie das in der Provinz noch immer genannt wird, obwohl politisch gesehen die Unterschiede mit freiem Auge schwer erkennbar sind. Der neue Kanzler wundert sich noch immer, warum sein Kindergartentraum in Erfüllung gegangen ist. Auf der Wiener Ringstraße jubeln ihm Menschen zu. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?
Jedenfalls sind die Arbeitslosen bereits weniger geworden.

In den USA geht es dagegen lustiger zu. Der TV-Sender ABC meldet, dass die Inhaberin eines Begleitservices ein 20 Kilogramm schweres Paket besitzt. So schwer wiegen die Adressen jener Politiker, die von den Damen des Gewerbes bedient worden sind.

Erster Leidtragender ist ein stellvertretender Außenminister, der durch seine Forderung nach “sexueller Enthaltsamkeit” bekannt wurde. Er trat bereits zurück.

Ist es nicht beruhigend, dass die Wasserprediger so gerne Wein trinken?
Lasst uns ehrlich sein und darauf einen heben!

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