Archiv für Dezember, 2007

Und jetzt richtig!

Kakanien Dezember 20th, 2007

Also das mit der Familienzusammenführung in Bosnien hat das Volk verstanden. Zumindest ein Teil von ihm. Für den großen Rest muss der Vizekanzler noch eins draufgeben.

Also das mit der Arigona ist nämlich so, dass ihr Aussehen das Problem ist.

“Wäre sie nämlich ein hässlicher, 90-jähriger Tschetschene, dann hätten wir das Problem gar nicht.”

So scharfsinnig dachte nicht einmal unser Jörgi Haider nach. Noch dazu laut.

Lieber Herr Vizekanzler, ich weiß nicht, ob die Tschetschenen über ihre Nachricht erfreut sind
Ich weiß aber, dass Sie - wahrscheinlich irrtümlich - das Problem präzisiert haben.

Ja, ein hässlicher, 90-jähriger Tschetschene hätte mit noch weniger Menschlichkeit rechnen können, auch wenn das kaum vorstellbar ist.

Ja, Arigona profitierte kurzfristig von ihrem Alter und ihrem Aussehen.

Nein, das hat mit Erpressung nichts zu tun. Dann wäre die Wasserpistole in den Händen eines Dreijährigen eine schwere Drohung.

Nein,  es geht nicht “bloß” um dieses 15-jährige Mädchen.

Es geht darum, dass die Handlungen und der Zynismus von Ihnen und Ihren Gefolgsleuten unser demokratisches Verständnis von Humanität untergräbt.

Darum ist es gut, folgende Seite zu besuchen:

http://gopetition.com/petitions/bleiberecht-arigona-zogaj.html

Dort können Sie für Menschlichkeit plädieren.

Abschieben ist menschlich

Kakanien Dezember 18th, 2007

Nein, das ist kein schlechter Scherz, das ist eine Aussage des Vizekanzlers Molterer.

Das ist eine Erweiterung der sogenannten “Familienzusammenführung”, wie Innenminister Platterdie Abschiebung eines 15-jährigen Mädechens nannte, für das Österreich bisher Heimat war. Im Kosovo werde die Familie glücklich vereint.
“Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.”
Bert Brecht vor vielen Jahrzehnten. Vor vielen?

Diese Weihnachten wird einem speiübel, wenn man die Grauslichkeiten dieser Regierung ansehen und anhören muss. Dabei waren wir einiges gewohnt von Schwarzblau. Es scheint, als wollte Rotschwarz das Niveau an Grauslichkeiten noch erhöhen. So hoch, dass selbst die Stimme des Intschenörs nicht mehr wahrgenommen wird, weil er dieses Niveau an Grauslichkeiten (copyright Kanzler) nicht mehr überbieten kann.

Wenn schon “abschieben menschlich” ist, wie der Vizekanzler meint, dann kommt für eine Salzburger Landespolitikerin, deren Namen ich nicht kenne, noch eine weitere Schuld dazu: die der Eltern.

Die Mutter könne ja in 50 Minuten bei ihren Kindern sein, sie brauche dazu bloß ein Flugzeug zu besteigen. Der Vater habe seine Kinder illegal einreisen lassen, sei also schuld an dem Problem.

Und deshalb wird Arigona bestraft.
Das erinnert an jene Zeit, als der Begriff “Sippenhaftung” galt.

Und, natürlich, keine Rede von den Menschen.

“Weiß ich, was ein Mensch ist?
Ich kennen nur seinen Preis.”

Noch einmal Bert Brecht.

Was ist Arigona wert?
Wie viele Stimmen gewinnen wir durch ihre Abschiebung?

Ich hoffe, die sogenannt “christliche” Partei irrt sich.

Wir Österreicherinnen und Österreicher haben mehr Humanismus, als die herrschende Politikerklasse uns zutraut.

Schöne Weihnachten!

Education macht high!

Kakanien Dezember 11th, 2007

Ein Professor der Wirtschaftsuniversität Wien begründete die Umbenennung des “Tags der offenen Tür” in “Competence Day” in einem Radiointerview damit, das sei modern. Und man brauche sich keine Sorgen zu machen, die Vorlesungen am “Competence Day” seien ohnehin in deutscher Sprache.
Solcher Logik, noch dazu von einem echten Universitätsprofessor vorgetragen, kann niemand sich entziehen

Auch nicht die Betreiberinnen und Betreiber der Seite www.bildung.at.

Dort werde ich auf der Startseite mit drei Registerkarten empfangen, die Verweise auf die Seiten “Education”, “Higher Education” und “Adult Education” haben.

Das klingt modern und unverständlich!
Und was ich nicht verstehe, muss ungeheuer gescheit sein. Weil einfach gescheit bin ich selber.

Seltsamerweise führt mich der Link bei “Adult Education” bloß auf die Seite “Erwachsenenbildung”, was ja eine matte, weil verständliche Sache ist.
Unmodern quasi sozusagen, meine ich mal.

Oder, um den kurzen Artikel mit den Worten des Herrn Professors zu finalisieren: das kann’s doch nicht sein.  Erwachsenenbildung!

Darum habe ich mich per Mail an die Damen und Herren gewandt und um Auskunft gebeten. Die sind aber noch more intelligent als ihre Registerkarten und haben gar nicht geanswered.

Naja, vielleicht habe ich zu wenige englische Fachausdrücke verwendet.

Österreichische Lösung

Kakanien Dezember 5th, 2007

Nachdem unsere Kinder bei einem Lesetest den beachtlichen 20. Platz errungen haben und beim viel zitierten Schultest PISA das Stockerl wieder nicht erreicht haben, begann die konservative ÖVP sofort mit konstruktiver Arbeit.

Erstens bezweifeln die dortigen Ideologen die Aussagekraft solcher Tests. Man vermutet also, um es auf den Schisport umzulegen, dass nicht die Läuferinnen zu langsam sind, sondern die Stoppuhren falsch gehen. Zweifellos ein inteessantes Argument - schon Brecht empfahl den Herrschenden ja, sich im Falle einer Wahlniederlage ein anderes Volk zu suchen.

Die Herren in der ÖVP  könnten zum Beispiel die Frau Ex-Ministerin Gehrer beauftragen, einen Test zu konstruieren, bei dem unsere Schulen Sieger werden. Frau Gehrer ist geradezu prädestiniert für eine solche Aufgabe, immerhin sitzt sie als erfolgreiche Handarbeitslehrerin im Wissenschaftsbeirat der medizinischen Uni Hall.

Andere ÖVP-Mitglieder finden das halbherzig und schlagen einen Umzug ins Schmollwinkerl vor: sie wollen an den nächsten PISA-Tests nicht teilnehmen.

Eine wunderbare Idee!

Wenn ich nicht gewinne, spiele ich nicht mit euch - da werden sich die anderen Kinder aber ärgern!